Hörstation 8: Wildobstarboretum, Dürrenäsch

 

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Hörstation 8: Wildobstarboretum, Dürrenäsch

Weil die Landschaft so vielfältig ist, gibt es im Seetal besonders viele Drachen. Alle finden etwas, was ihnen gefällt: Die Luftflugdrachen lieben die sanften Hügel, über die es sich so wunderbar segeln lässt. Die Feuerdrachen mögen die vielen Schlösser, Burgen und Ruinen, die Wasserdrachen haben zwei wunderbare Seen als Lebensraum. Und die Feld-Wald- und Wiesendrachen?

Die sind besondere Feinschmecker! Sie lieben die Felder, Wälder und Wiesen und essen natürlich auch gerne reife Beeren und allerlei Obst. Man sieht die Drachen zwar nicht, aber an den abgetretenen Gräsern und leeren Beerensträuchern kann man erkennen, wenn ein Drache Nahrung gesucht hat.

Seit Neuestem gibt es hier aber auch eine verlässliche und wissenschaftliche Methode: Den Drakodetektor!

An der Seetaler Hochschule für Drakologie wurde das Gerät entwickelt, das die unsichtbaren Drachen sichtbar macht. Wie ein Blitzer auf der Kantonsstrasse erkennt der Drakodetektor Bewegungen und macht dann automatisch ein Bild.

Mit den Aufnahmen konnte nachgewiesen werden, dass sich gerade hier, beim Wildobstarboretum, immer wieder Exemplare aus der Familie der Feld-Wald- und Wiesendrachen bewegen. Wenn die Traubenkirschen reif sind, kommt immer Blumhilde Gerania Duftibus mit ihren drei Kindern Schnick, Schnack und Schnuck vorbei. Sie lieben den Geschmack der Traubenkirsche, der einem im Mund alles wunderbar zusammenzieht. Und Schnick, Schnack und Schnuck machen ein Wettspucken mit den kleinen Kirschsteinen. Das geht besonders gut, wenn man eine Zahnlücke hat!

Schnick, Schnack und Schnuck sind – sagen wir einmal – sehr rund. Und sie lieben es zu essen! Blumhilde Gerania Duftibus ermahnt aber ihre Kleinen immer, auch für die Menschen etwas übrig zu lassen.

Weniger rücksichtsvoll ist Onkel Träsch. Er ist ein Luftflugdrache und liebt die Hochstammbäume. Oft lassen die Bauern die Äpfel, die zu weit oben sind, hängen. Und die lassen sich dann hervorragend im Flug ernten. Onkel Träsch wartet meistens, bis diese Äpfel etwas verdorben sind, weil sie dann durch die Gärung wie kleine Schnapspralinen schmecken! Wenn er einmal zuschlägt, bleibt nichts übrig!

So hat jeder Drache seine Vorlieben, und je mehr verschiedene Früchte und Beeren zu finden sind, desto abwechslungsreicher wird der Menuplan:

Einmal gibt es Sanddornkuchen, einmal Kirschpflaumenmus und einmal Felsenbirnengelée. Tante Calvadosa, die Frau von Onkel Träsch, macht zudem Schwarzdorn- und Kornellkirschenlikör.

Darum heisst der Tierlibaum, der hier ebenfalls wächst, im Seetal auch Drachenbaum – nur das weiss fast niemand.

Blumhilde Gerania Duftibus wurde übrigens auch schon oft bei den verschiedenen Rosenbüschen beobachtet.

Ob sie die Rosen zum Essen zubereitet? Ob sie sich Rosenparfum macht? Ob sie die Stacheln und Hagebuttensamen erntet, um andere Drachen damit zu ärgern?

Wir wissen es nicht!

Aber es lohnt sich bestimmt einmal auszuprobieren, wie all diese Beeren und anderen Früchte schmecken – denn Drachen wissen, was gut ist!