Hörstation 7: Fishing on the Farm, Ludiswil

 

Zum Anhören, die Audiodatei abspielen:

 

Hörstation 7:
Fishing on the Farm, Ludiswil

Wer meint, dass die Seetaler Wasserdrachen nur im Hallwilersee und im Baldeggersee zu finden sind, täuscht sich gewaltig.

Dazu sind die Drachen viel zu neugierig. Ausserdem können sie sich auch an Land bewegen – vielleicht nicht ganz so elegant wie im Wasser, aber immerhin. Sie besichtigen die Schlösser, sie durchstreifen die Wälder, sie besuchen andere Drachenfamilien.

Das Problem dabei ist, dass sie fast immer hungrig sind! Und dann suchen sie auf dem Weg nach Fischen in den nahegelegenen Bächen und Teichen. Dabei führte sie ihr Weg auch hier in Ludiswil vorbei.

Früher waren ihre Besuche hier gefürchtet. In kurzer Zeit war der Teich leergefressen. Der Hofhund traute sich nicht einmal zu bellen.

Verzweifelt kontaktierten die Bauern den Drachenforscher Ambrosius Ferdinand Sigismund Maria von und zu Drachenfels. Auf Grund der Spuren vermutet er, dass das Drachenpaar nicht aus dem nahen Baldeggersee zu Besuch war, sondern aus dem entfernteren Hallwilersee: Rosalinda die Blaue und Knorzius Pflatschius von Hallwil-Lagus.

Nach einem weiteren Besuch vor Ort empfahl er, ein paar Gelbbauchunken (lateinisch Bombina variegata) in den Teichen auszusetzen. Die sind zwar nicht einmal 5cm gross, aber sie haben einen gelben Bauch und können bei Gefahr einen üblen Geruch absetzen, den die Drachen nicht mögen. Gesagt, getan.

Seither haben die Drachen keinen Schaden mehr angerichtet.

Da sieht man wieder einmal, wie nützlich die Wissenschaft ist! Aber natürlich haben die Bauern in Ludiswil auch ein Herz für Drachen und so stehen immer ein paar Extrafische als Proviant in einem Extra-Eimer bereit. Die Drachen sind ja nicht böse, sie sind nur hungrig.

Wasserdrachen legen ihre Eier übrigens nicht im Wasser, sondern an Land, im Uferbereich. Wenn also jemand ein Drachenei findet: Bitte nie berühren! Erstens wäre das sehr gefährlich, falls die Dracheneltern in der Nähe sind. Und ausserdem sind Dracheneier nicht nur selten sondern auch sehr empfindlich.

Wird ein Drachenei ausgebrütet oder sich selbst überlassen? Können Wasserdrachenbabies schon schwimmen? Gibt es im Baldeggersee auch Drachenkinder?

Wir wissen es nicht.

Wenn Sie aber ein Drachenei finden, oder sonst eine Beobachtung machen: Melden Sie sich bei der Hochschule für Drakologie auf Schloss Heidegg!