Hörstation 5: Schiffsanlegestelle, Beinwil am See

 

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Hörstation 5: Schiffsanlegestelle, Beinwil am See

Das Beinwiler Drachenskelett ist der bisher älteste Fund von Drachen im Seetal. 2018 wurde es von Dr. Jus Hostel bei Bauarbeiten im Garten entdeckt. Zusammen mit Professor Ambrosius Ferdinand Sigismund Maria von und zu Drachenfels arbeitet er intensiv daran, den Fund für die Nachwelt zu erhalten. Die beiden Drachenforscher haben dabei erstaunliche Erkenntnisse gewonnen.

Die Altersbestimmung war nicht einfach. Da sich die Fundstelle im Sand befindet, kann man stratigraphische Methoden der Altersbestimmung nur bedingt anwenden. So wurde zum Beispiel neben den Skelettknochen eine Plastik-Kinderschaufel von ca. 1965 gefunden, die keine Rückschlüsse auf das Alter des Skeletts zulässt. Zum Glück hat die Forschungsabteilung der Seetaler Hochschule für Drakologie den Drakodatameter entwickelt. Mittels farbspektographischer Tiefen-Analyse kann das Gerät das Alter der Fundstücke mit Genauigkeit von +/- 50 Jahre bestimmen.

In diesem Fall datierten die Experten das Skelett auf das 5. Jahrhundert v. Chr. Das heisst, dass die letzten Seetaler Pfahlbauer diesem Drachen begegnet sein könnten. Den Skelettteilen nach zu urteilen handelte es sich um ein ca. 7m langes Exemplar eines Wasserdrachen. Die Fachbezeichnung ist: Aquadraco Juventus Beinwilii. Neben der Nähe zum See deuten der vermutlich kleine Kopf, die Form der Beine und der verhältnismässig lange Schwanz auf einen Vertreter der Wasserdrachen hin. Für einen Luftflugdrachen ist der Körper zu massig. Zudem gibt das Skelett keine Hinweise auf Flügel. In welcher Verwandschaftsbeziehung der Aquadraco Juventus Beinwilii zu den heutigen Wasserdrachen steht, ist noch ungewiss.

Das Skelett ist nicht vollständig, doch die Knochen sind auch nach Jahrhunderten in einem sehr guten Zustand. Das heisst, dass der Drache vermutlich nicht an Altersschwäche gestorben ist. Aber was ist dann mit ihm geschehen? Gab es bereits unter den Pfahlbauern Drachentöter? Ist er bei einem typischen Drachenfamilienstreit umgekommen? Hat er einen verdorbenen Fisch gegessen?

Wir wissen es nicht.

Das Skelett wurde nach der Ausgrabung und Analyse vor Ort an der Fundstelle belassen und kann dort besichtigt werden. Möglicherweise sind im Umkreis des Skelettes noch weitere Drachenknochen zu finden. Für weitere Ausgrabungen und Analysen fehlen jedoch Forschungsgelder, sodass Dr. Jus Hostel auf die Mithilfe von Freiwilligen angewiesen ist.